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Thomas Kilian


Thomas Kilian ist nach reichhaltigen Erfahrungen in Schüler-, Jugend und Profipresse sowie dem Rundfunk und nach Erfahrungen als Verbands- und Studentenfunktionär doch noch bei der Wissenschaft gelandet, wo sich der Soziologe unter Juristen am Lehrstuhl Schröder überraschend wohl fühlt. Der Ende 1966 geborene Franke hat in Hamburg neben Soziologie die Nebenfächer Volkswirtschaft, Politik und Journalistik studiert sowie bei Psychologie, Englisch und Philosophie hineingeschnuppert. Ein Interesse für Geschichte bringt der 1,0-Abiturient, der in der Kollegstufe Geschichte mit vier mal 15 Punkten abschloß seit seinen Kindertagen mit, ist aber in seiner Studienzeit der historischen Fakultät sträflicherweise ferngeblieben, weil er sich dort fälschlicherweise wenig Neues erwartete.

Während seines Studiums konzentrierte er sich auf theoretische Soziologie, qualitative und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung und Wirtschaftssoziologie und wurde bald auf Vorschlag von Prof. Dr. Dirk Käsler in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen, nachdem sich sein Schulleiter wegen Aufsässigkeiten seines Zöglings noch geweigert hatte, ihn vorzuschlagen. Er schrieb eine Diplomarbeit über "Jugendliche mit hohem Hobbyengagment: Fußballfans und Hobbyjournalisten" bei Prof. Dr. Gerhard Kleining. Dieser Extremgruppenvergleich wurde mit 1,0 bewertet. Ausschnitte davon wurden in der Festschrift zum 30. Jubiläum der Deutschen Jugendpresse veröffentlicht.

Nach einer Bewerbungs-Odyssee, die Thomas Kilian in der am Lehrstuhl einsehbaren Festschrift zum 50. Geburtstag von Prof. Dr. Schröder darstellte, gelangte er an den hiesigen Lehrstuhl, wo sowohl er als auch Prof. Schröder und seine alteingessenen Mitarbeiter das Gefühl teilten, im Geiste fröhlicher Wissenschaftlichkeit effektiv zusammenarbeiten zu können.

Seither hat sich Thomas Kilian am Lehrstuhl neben einigen Redigierarbeiten und der Beratung von Promoventen mit empirischen Themen vor allem um die Überwachung und Auswertung der Erhebung von knapp 5000 Akten der Zivilgerichtsbarkeit von Ost-Berlin während der gesamten DDR-Zeit gekümmert. Bei diesem DFG-Projekt arbeitete er mit fünf studentischen Mitarbeitern zusammen, verfaßte zahlreiche Memos und eine Reihe von Aufsätzen, die in der von Prof. Dr. Rainer Schröder bei Duncker und Humblot herausgebenen mehrbändigen Sammlung unserer Befunde erschienen sind oder erscheinen werden. Nach dem Abschluß dieses Projekts soll Thomas Kilian helfen, weitere Projekte zum Zivilrecht in totalitären Staaten vorzubereiten.

Neben dem Projekt arbeitet Thomas Kilian an einer Dissertation über das "Rechtsbewußtsein der Berliner". Leider wird sein Schaffensdrang immer wieder durch behinderungsbedingte Erkrankungen gebremst.